Photovoltaik

Solarstrom vom eigenen Dach – Nutzen, Grenzen, Wirtschaftlichkeit

Photovoltaik wandelt Sonnenlicht in elektrische Energie um. In Deutschland kann sich eine PV-Anlage wirtschaftlich lohnen – aber nicht automatisch und nicht für jeden.

Einordnung

Wir bewerten realistisch – ohne „lohnt sich immer"-Versprechen.

Photovoltaik auf einen Blick

1.000-1.200

kWh Ertrag pro kWp installierter Leistung (Deutschland)

1.200-1.800 €

Kosten pro kWp (inkl. Installation, Stand 2024)

20-25

Jahre typische Lebensdauer der Module

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Reduktion des Netzbezugs und damit der Stromkosten
  • Planbare Erträge über die Lebensdauer
  • Geringer Wartungsaufwand
  • Wertsteigerung der Immobilie möglich
  • Unabhängigkeit von Strompreisschwankungen (für Eigenverbrauch)

Nachteile / Einschränkungen

  • Hohe Anfangsinvestition erforderlich
  • Ertrag stark abhängig von Dachausrichtung und Verschattung
  • Ohne Speicher: Eigenverbrauch meist nur 25-40%
  • Einspeisevergütung ist niedrig (ca. 8 ct/kWh)
  • Wirtschaftlichkeit hängt vom Strompreis ab

Kostenfaktoren

FaktorTypischer BereichEinfluss
Anlagengröße5-15 kWp (Einfamilienhaus)Größere Anlagen haben niedrigere Kosten pro kWp
ModulqualitätStandard bis PremiumHöhere Effizienz, längere Garantie bei Premium
DachkomplexitätEinfach bis aufwendigGauben, Kamine, Verschattung erhöhen Installationskosten
WechselrichterString vs. MikrowechselrichterMikrowechselrichter teurer, aber flexibler bei Verschattung
Speicher (optional)4.000-10.000 €Erhöht Eigenverbrauch, aber lange Amortisation

Eigenverbrauch vs. Einspeisung

Ohne Speicher

Typischer Eigenverbrauch: 25-40%

  • • Direkte Nutzung nur bei Sonnenschein
  • • Rest wird eingespeist (niedrige Vergütung)
  • • Abends und nachts: Netzbezug nötig

Mit Speicher

Typischer Eigenverbrauch: 60-80%

  • • Überschuss wird gespeichert
  • • Abends und nachts: Speichernutzung
  • • Höhere Investition, längere Amortisation

Häufige Fragen

PV lohnt sich tendenziell, wenn: (1) Das Dach gut ausgerichtet ist (Süd, Südost, Südwest), (2) wenig Verschattung besteht, (3) ein hoher Eigenverbrauch möglich ist (z.B. Homeoffice, Wärmepumpe, E-Auto), (4) die Strompreise hoch sind.

Typischerweise 10-15 Jahre, abhängig von Eigenverbrauch, Strompreis und Anschaffungskosten. Mit Speicher verlängert sich die Amortisation oft.

Nicht zwingend. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, ist aber teuer. Wirtschaftlich sinnvoll oft erst bei hohem Eigenverbrauchspotenzial oder künftig dynamischen Tarifen.

Häufige Fehler: Überdimensionierung ohne entsprechenden Verbrauch, zu großer Speicher, unrealistische Ertragserwartungen, Vernachlässigung von Verschattung, keine Berücksichtigung künftiger Verbraucher (Wärmepumpe, E-Auto).

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