Börsengebundene Strompreise – Flexibilität mit Risiko
Bei dynamischen Tarifen ändert sich der Strompreis stündlich mit dem Börsenpreis. Das kann günstiger sein – erfordert aber Flexibilität und die richtige Ausstattung.
Voraussetzung
Ohne Smart Meter und Verbrauchssteuerung bleibt der Nutzen begrenzt.
Wie funktionieren dynamische Tarife?
1. Börsenpreis
Der Strompreis wird an der Börse (EPEX Spot) stündlich gebildet. Bei viel Wind/Sonne sinkt der Preis, bei hoher Nachfrage steigt er.
2. Weiterreichung
Der Anbieter reicht den Börsenpreis (plus Aufschlag für Netzentgelte, Steuern, Marge) an Sie weiter.
3. Ihre Steuerung
Sie können Verbrauch in günstige Zeiten verlagern – manuell oder per Smart Home-Automatisierung.
Chancen und Risiken
Chancen
- ✓Verbrauch in günstige Stunden verlagern (Sparpotenzial)
- ✓Negative Börsenpreise: manchmal kostenloser oder vergüteter Strom
- ✓Kombination mit PV, Speicher, Wärmepumpe, E-Auto besonders interessant
- ✓Niedrige oder keine Grundgebühr bei manchen Anbietern
Risiken
- ✗Preisspitzen können teuer werden (z.B. abends im Winter)
- ✗Ohne Flexibilität kein Vorteil – eher Nachteile
- ✗Smart Meter erforderlich (nicht überall verfügbar)
- ✗Keine Preisgarantie – volle Marktexposition
Für wen eignen sich dynamische Tarife?
Geeignet für
- • Haushalte mit PV-Anlage und Speicher
- • E-Auto-Besitzer mit flexiblen Ladezeiten
- • Wärmepumpen-Nutzer mit Pufferspeicher
- • Smart-Home-affine Nutzer
- • Haushalte mit flexiblem Tagesablauf
Weniger geeignet für
- • Haushalte ohne Smart Meter
- • Feste Arbeitszeiten mit Hauptverbrauch abends
- • Geringer Gesamtverbrauch
- • Kein Interesse an Verbrauchssteuerung
- • Bedürfnis nach Preissicherheit
Voraussetzungen
Smart Meter
Ein intelligenter Stromzähler mit 15-Minuten-Ablesung ist erforderlich. Der Rollout läuft in Deutschland noch.
Flexibilität
Sie müssen bereit sein, Verbrauch zeitlich zu verschieben – manuell oder automatisiert.
App/Zugang
Die meisten Anbieter stellen Apps zur Preisübersicht und Steuerung bereit.
Häufige Fragen
Ja, wenn Sie Verbrauch aktiv in günstige Zeiten verlagern können. Studien zeigen Einsparungen von 10-30% bei flexiblen Haushalten. Ohne Flexibilität kann es aber auch teurer werden.
In Extremsituationen (z.B. Dunkelflaute im Winter) können Börsenpreise auf 50-80 ct/kWh oder höher steigen. Solche Spitzen sind selten, aber möglich.
Manche Anbieter bieten optionale Absicherungen an. Grundsätzlich sind Sie aber dem Marktpreis ausgesetzt – das ist das Wesen eines dynamischen Tarifs.