Glossar

Begriffe verständlich erklärt

Kurze Definitionen für zentrale Begriffe im deutschen Strommarkt und bei Energietechnologien.

Arbeitspreis

Der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde (kWh) Strom. Wird in Cent pro kWh angegeben (z.B. 32,5 ct/kWh). Neben dem Grundpreis die zweite Komponente der Stromkosten.

Balkonkraftwerk

Auch Stecker-PV oder Mini-PV. Kleine Solaranlage (max. 600 W Wechselrichterleistung), die direkt in eine Steckdose eingesteckt wird. Für Mieter und Eigentümer geeignet.

Einspeisevergütung

Vergütung für Solarstrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Wird im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgelegt. Aktuell ca. 8 ct/kWh für Neuanlagen.

Eigenverbrauch

Der Anteil des selbst erzeugten Solarstroms, der direkt im Haushalt genutzt wird (nicht eingespeist). Wirtschaftlich vorteilhafter als Einspeisung.

Dynamischer Tarif

Stromtarif, bei dem der Preis stündlich an den Börsenpreis (EPEX Spot) gekoppelt ist. Flexibilität erforderlich, Smart Meter empfohlen.

Grundpreis

Monatliche Grundgebühr für den Stromtarif, unabhängig vom Verbrauch. Deckt fixe Kosten wie Zähler, Abrechnung und Infrastruktur ab.

Grundversorgung

Standardtarif des örtlichen Grundversorgers. Jeder Haushalt hat Anspruch auf Belieferung. Meist teurer als Sondertarife, aber jederzeit mit 2 Wochen Frist kündbar.

Jahresarbeitszahl (JAZ)

Effizienzkennzahl für Wärmepumpen. Gibt an, wie viel Wärmeenergie aus einer Einheit Strom erzeugt wird. JAZ von 4 bedeutet: 1 kWh Strom erzeugt 4 kWh Wärme.

Konzessionsabgabe

Entgelt, das Energieversorger an Kommunen zahlen für die Nutzung öffentlicher Wege für Leitungen. Je nach Gemeindegröße 1,32 bis 2,39 ct/kWh. Im Strompreis enthalten.

kWh (Kilowattstunde)

Einheit für elektrische Energie. 1 kWh = 1.000 Wattstunden. Beispiel: Ein 100-Watt-Gerät, das 10 Stunden läuft, verbraucht 1 kWh.

kWp (Kilowatt-Peak)

Nennleistung einer Photovoltaikanlage unter Standardtestbedingungen. Eine 10 kWp-Anlage kann unter optimalen Bedingungen 10 Kilowatt Leistung erzeugen.

Netzentgelte

Kosten für den Betrieb und Ausbau der Stromnetze (Übertragung und Verteilung). Regional unterschiedlich. Werden vom Netzbetreiber erhoben und an Endkunden weitergegeben.

Ökostrom

Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Wind, Sonne, Wasser, Biomasse). Qualität variiert je nach Zertifikat. "OK-Power" und "Grüner Strom Label" gelten als streng.

PLZ (Postleitzahl)

In Deutschland 5-stellig. Wichtig für Stromtarife, da Netzentgelte und Verfügbarkeit regional variieren. Eingabe bei Vergleichen erforderlich.

Preisgarantie

Vertragliche Zusicherung, dass bestimmte Preisbestandteile für einen definierten Zeitraum nicht erhöht werden. Achtung: Bezieht sich oft nur auf den Energieanteil, nicht auf Netzentgelte oder Steuern.

Smart Meter

Intelligenter Stromzähler mit digitaler Anzeige und Fernauslesung. Ermöglicht 15-Minuten-Messung. Voraussetzung für dynamische Tarife.

Sondertarif

Stromtarif außerhalb der Grundversorgung. Meist günstiger, aber mit Vertragsbindung (Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist).

Spotmarkt

Kurzfristiger Stromhandelsmarkt mit stündlicher Preisbildung (EPEX Spot). Grundlage für dynamische Tarife. Preise schwanken je nach Angebot (Wind/Sonne) und Nachfrage.

Stromsteuer

Staatliche Verbrauchsteuer auf Strom. Seit 1999 eingeführt. Aktuell 2,05 ct/kWh. Teil der Abgaben und Steuern im Strompreis.

Vertragslaufzeit

Mindestdauer eines Stromvertrags. Typisch: 12 oder 24 Monate. Ohne Mindestlaufzeit: flexibler, aber oft teurer.

Vorlauftemperatur

Temperatur des Heizwassers im Heizsystem. Wichtig für Wärmepumpen: Je niedriger (z.B. Fußbodenheizung), desto effizienter. Alte Heizkörper benötigen oft 60-70°C.

Wechselrichter

Gerät, das Gleichstrom (DC) von Solarmodulen in Wechselstrom (AC) für das Hausnetz umwandelt. Bei Balkonkraftwerken meist auf 600 W begrenzt.

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